Meine lieben Füße

Also sowas! Da läuft man die letzten Meter von einem markierten Fernwanderweg, überholt noch alle möglichen Leute, die mich vorher an der Donau überholt hatten, weil ich mal wieder mit Fotos machen rumgebummelt hab, nähert sich und nähert sich dem Ziel der ganzen Wanderung … und dann … wird man mit einem letzten läppischen Aufkleber auf der Stange eines Schildes abgespeist?

Die ultimativ letzte Wegmarkierung des Altmühltal-Panoramaweges in Kehlheim an der Donau

Ich konnt’s gar nicht glauben und bin noch ein wenig kreuz und quer über den Platz geirrt, bis ich es akzeptiert habe. Naja. Dokumentier ich meine Ankunft halt am Rathhaus.

Ein Waldonaut vorm Kehlheimer Rathhaus

Und was hatte diese letzte Etappe nochmal für Schmuckstücke zu bieten! Erst war da die Klamm am Kästlhang.

Befestigte Stiege an der Kästlhang-Klamm
Durchaus mit engen Stellen, wie man hier sieht…
Ich passe gerade so durch!
Solche Warnungen, dass es sich dabei um einen schwierigen Steig handle, gab es vorher vier (!) an der Zahl.
Man sollte sich aber nicht zu sehr ängstigen lassen, denn wer gut zu Fuß ist, kommt da auch gut durch. Treppenstufen und Geländer tragen dazu bei.

Dafür wurde ich mit so vielen schönen Bildern belohnt:

Ein austernförmiger Pilz, der auf bemoostem Totholz wächst.
Eine umgefallene Buche auf dem Weg, besetzt mit Pilzen, die fast aussehen wie Schmetterlinge.
Eine Felsformation, die aussieht wie ein Riese, der sich mal eben zum Ausruhen hingesetzt hat.

Danach, ein Abstieg und ein Aufstieg inbegriffen, ging es zum Schloss Prunn, das der Kastl-Klamm gegenüberliegend auf der anderen Seite der Altmühl über dem Tal thront.

Das Schloss Prunn
Die Altmühl, die mich mit einer Spiegelung des Schloss Prunn, der Landschaft und des Himmels beschenkt.

Es ist ein zu einem Schloss umgebaute Burg, mit krassem Burgraben, Hängebrücke und unfassbar schönem Panoramablick über das Tal.

Das Schloss Prunn mit Hängebrücke und Schlossgraben
Panoramablick vom Schloss Prunn bis rüber nach Riedenburg

Nachdem ich bei einer freundlichen Wirtin meine Wasserflasche auffüllen durfte, ging es weiter bis runter nach Essing. Auch hier hielt der Weg Bilder bereit, die einen nur staunen lassen.

Ein sogenannter Blautopf, eine Wasserquelle, deren Wasser blau erscheint durch die große die große Sichttiefe wie auf der Schautafel des nächsten Fotos erklärt ist.
Schautafel mit geologischer Erklärung, wie ein Blautopf zustande kommt.

Dann ging’s weiter, man glaubt es kaum, mit einer Burg aus dem 11. Jahrhundert.

Die Burg Randeck oberhalb von Essing, eine der ältesten Burgen Bayerns.

Danach bekam mein Kopf ein wenig Pause und ich konnte in gleichmäßigem Rhythmus einige Kilometer weit wandern.

Der sich lang dahin streckende Weg

Schließlich macht der Weg einen Knick nach rechts mit einem Anstieg hinauf zu einer alten, keltischen Stadtruine. Der Weg verläuft auf über zweitausend Jahre alten Mauern der keltischen Stadt Alkimoennis.

Ruine der Stadtmauer von Alkimoennis, links und rechts sicher 10m in der Höhe abfallend. Dieser Wall, auf dem man läuft, zieht sich über mehrere Kilometer hin.

Doch sobald man die Kelten verlässt, nähert sich der Wanderweg der Donau. Um Nistplätze von Greifvögeln und anderen Tieren zu schützen, sind nicht alle Aussichtspunkte zugänglich. Aber ich fand einen und wurde mit einer ganz wunderbaren Aussicht belohnt. Was für ein Ort, um eine Rast zu machen!

Blick vor steilem Abgrund hinunter auf die kraftvoll und schnell dahinfließende Donau.
Meine lieben Füße haben mich hierher getragen.

Es gibt einfach zu viel zu sehen! An manchen verwunschenen Orten, die sich jetzt immer noch auftaten musste ich einfach vorbei gehen.

Ein Tor zu einer Felsgrotte neben dem Donauufer
Türmchen von einem Mini-Kloster am Donauufer

Nun bin ich also den ganzen Weg von Treuchtlingen bis hierher nach Kehlheim gelaufen, habe so viel gesehen und gelernt, über die Region, über die Geologie, über die Gründe der tief religiösen Verbundenheit der Menschen hier und nicht zuletzt und insbesondere über mich selbst. Gerade letzteres ist ein großes Geschenk für mich. Manchmal muss man weite Wege laufen, um sich selbst zu finden. Und wenn es gelingt, kann es lebensverändernd sein. Das, was mir hier geschehen ist, trage ich im Herzen.

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