Fliegender Waldonaut

Den letzten Berg heute bin ich mehr oder weniger hinunter gerannt. Ich war total begeistert davon, was für einen hervorragenden Dienst meine Trekkingstöcke leisten. Sei es das Abstützen mit bereits müden Knien bergab an den ersten Tagen, die zusätzliche Stabilität bei Matschpartien, Betasten des steil abfallenden Weges vor dir, der mit Laub bedeckt ist, das Verhindern von Gesäßmassagen, wenn Du mal ausrutschst oder, wie eben heute, wenn ich um 17 Uhr CEST an einem Zoom-Call der Künstlergruppe teilnehmen will, deren Teilnahme mir als Geschenk des Universums zuteil wurde, ich aber um 15:48 noch eine gewisse Strecke des Weges vor mir habe. (Ja! Ich habe heute ein wenig rumgetrödelt! Das Wetter und der Tag war halt so schön…)

15:48 Uhr und noch ein ganzes Stück bis Beilngries

Ich wollte das unbedingt schaffen! So wurden die Schritte bergab immer länger. Und dennoch hatte ich immer sicheren Tritt – dank der Trekkingstöcke! Vor ein paar Jahren noch habe ich die total lächerlich gefunden und ziemlich uninformiert und arrogant über andere Menschen gelästert, wenn sie welche benutzt haben. Ich will zugeben: Ich war diesbezüglich auch leicht beeinflussbar. Ich hatte mir vor Jahren schon mal welche besorgt gehabt, um mit Nordic Walking etwas für meinen Bewegungshaushalt zu tun. Und dann war da dieser eine Mensch – wirklich ein lieber Mensch – der sagte: „Du willst doch nicht mit den Dingern rumlaufen! Ich bitte Dich!“ So, oder so ähnlich waren die Worte. Und ich Depperter stelle die Stöcke in die Ecke und übernehme unbewusst diese Meinung nach und nach. Wie dumm können Menschen sein? Ich präzisiere: Wie dumm kann ich sein? Pfff. So dumm also. Hier und heute bin ich über dieses fantastiscche Werkzeug total glücklich! Denn ich komme schneller den Berg rauf und runter und genieße all diese Vorteile, die ich oben bereits genannt habe. Und dann das heute: Ich fliege quasi durch den Wald, rausche nach Beilngries rein, telefoniere noch im Laufen mit meiner Schwester, checke im Hotel ein – WAAAS? EIN FORMULAR AUSFÜLLEN? – das habe ich natürlich nur gedacht und mit freundlichem Nicken meine Daten draufgeschmiert – Stifte – inneres Kopfschütteln – und weiter. Im Stillen denke ich noch bei mir: Mal sehen, ob die merken, dass ich heute Geburtstag habe. Die freundliche Dame von der Rezeption hat mir zum Glück dann die Extra-Kurzversion ihrer Führung durch‘s Hotel gegeben. Ich muss in ein anderes Haus rüber, die Uhr zeigt 16:59, ich schreite durch die Flure, so dass es gerade noch kein Rennen ist, finde das andere Haus, finde intuitiv den Aufzug, rauf da!, Zimmer 303?, da ist es!. Und rein da. 17:00 Uhr. Ich werfe meinen Rucksack von mir, suche den Zoom-Link und … es funktioniert nicht?!?! Zoom – ich hätte es mir eigentlich denken müssen – fragt noch nach tausend Berechtigungen, schafft es aber erst im zweiten Anlauf, den Link richtig zu verarbeiten. Isch bin drin. 17:02 Uhr. Boris-Becker-Feeling mit Muscle Emoji! Und so konnte ich mit voller Glück im Bauch und im Herzen an diesem Zoom-Call mit den anderen Künstler*innen teilnehmen. Wir haben unsere Erfahrungen mit ‚The Artist‘s Way‘, die wir in der letzten Woche gemacht haben, miteinander ausgetauscht und uns gegenseitig weiter Mut für unseren Weg gemacht. Dafür bin ich von Herzen gerne gerannt. Also fast. Gehen ist es ja noch, wenn immer noch einer der beiden Füße auf dem Boden ist. :-b

Und ja: Heute ist mein Geburtstag. Er fing mit einem liebevollen und wunderschönen Anruf meiner Frau an, die mir ein Lied gesungen hat. Und sie hat zu Hause die Geburtstagseisenbahn aufgestellt mit Kerzen darauf und mir ein Bild davon geschickt. Das hat mir ein paar Tränen der Freude über die Wangen kullern lassen. Du bist die beste mein Gegenstück, mein Herz, meine Liebe.

Geburtstagseisenbahn mit Kerzen darauf

Viele liebe Menschen, meine Kinder, Verwandte, Freunde, kleine und große haben sich auf diversen Kanälen bei mir gemeldet und mich durch den Tag getragen. Ihr alle habt mir den Tag zu etwas ganz Besonderem gemacht.

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<3 Merci! Merci beaucoup! <3
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Paschelino, der Waldonaut vorm Abflug
Prachtvolle grüne Frühlingsfarben in den Bäumen neben der zu einem Fluss gewordenen Altmühl
Historische Arbeitsmaschine (eine Raupe)
Ein geschnitztes Holzmännlein mitten im Wald (Die/den Künstler*in konnte ich nicht ermitteln.)
Schloss Hirschberg

Danke <3

Gute Nacht!

2 Gedanken zu “Fliegender Waldonaut

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