Herz auf, Natur rein!

Uiuiui. 25km waren es heute. Das ist ein Wort am zweiten Tag, der entsprechende Dankbarkeit bei mir über Schmerzsalbe auslöst. Wenn ich Rucksäcke trage, bekomme ich immer Schmerzen in der linken Schulter. Vielleicht sollte ich das mal nachsehen lassen, denn da muss ja was anders sein im Vergleich mit der rechten Schulter, die zwar auch angestrengt ist, aber eher müde lächelt. Nachher, nach dem Abendessen, werde ich noch mehr Schmer… Moment! Jammern.stop() rufe ich jetzt mal als Programm bei mir auf, denn…
…heute hat die Wanderung eigentlich so richtig angefangen. Traumhafte Pfade schlängelten sich an Berghängen entlang, durch eine Flur, die einem das Herz übergehen lässt.

Blick auf die Altmühlschleife bei Zimmern
Verschlungener Hohlweg, der zum Träumen anregt
Eine Hochwiese mit verwitterten Steinen, gesäumt von Bäumen
Wanderpfad an einem Berghang mit übermoosten Felsbrocken links und kleinen Nadelbäumen am Wegesrand

Mir unbekannte Blumen säumten den Weg und ich kam in den Genuss, Dammwild zu fotografieren. Das neue Objektiv hat sich sowas von gelohnt, wie auch das Mitschleppen desselben. Ich meine, es war ein umzäuntes Dammwildgehege, aber dennoch: Ich musste nicht näher dran und konnte die 350mm Brennweite voll ausnutzen, ohne die Tiere zu erschrecken.

Drei tief blaue, kleine Waldblumen
Eine Blume, die Küchenschelle genannt wird und unter Naturschutz steht
Lila Waldblumen
Zwei Rehe auf einer Waldwiese

Dann waren da noch so viele verwunschene Ecken im Wald, mit Moosen überwachsene Steine, wundersame Felsformationen, tolle Bergwiesen, Burgen in jedem Dorf und wie aus dem Nichts auftauchende verwitterte Mauern im Wald.

Ein alter, knorriger Baum, der sich über eine Felskante beugt. Er scheint ins Altmühltal zu blicken.
Kalkfelsformation „Die zwölf Apostel“
Ein Kalkschieferfels, in den die Natur ein grimmiges Gesicht geschnitten hat.
Übermooste Felsen im Wald
Eine verwitterte Mauer mitten im Wald
Burg bei Mörnsheim
Ein grimmig lächelnder Felsbrocken am Wegesrand

Stefan hatte den Campingbus nach Dollnstein vorgefahren und ist dann um ein Uhr mittags zu mir per Zug nach Solnhofen gestoßen. Ab da sind wir dann zusammen gewandert. Ich bin total dafür dankbar, dass er Geduld mit mir hat, wenn ich dauernd anhalte und Fotos mache.
Der Weg ging heute von Pappenheim über Solnhofen, Eßlingen, die Grenze nach Oberbayern, direkt über den Betriebshof einer riesigen Kalksteinfabrik, Mörnsheim, Altendorf und Hagenacker nach Dollnstein.

Tür mit altertümlicher Firmenbeschriftung: „Jurakalkschieferwerke Solenhofer Aktien-Verein Solnhofen gegr. 23.1.1857“

Jedes dieser Dörfchen scheint eine eigene Burg zu haben! Und tatsächlich: Wenn man die entsprechende Website des lokalen Tourismusdingsda aufruft, bekommt man eine Seite zum scrollen – mit dem Hinweis am Ende ‚Weitere anzeigen‘! Krass! Also, nachdem ich gestern über die bewegte Geschichte derer zu Pappenheim bereits viel gelesen habe, denke ich, das Altmühltal ist eine Gegend für geschichtlich passionierte Menschen. Hier werden sie mit reichlich Historie belohnt! Definitiv!
Stefan hat übrigens tatsächlich seinen Schirm mitgebracht! Da hab ich ihn doch überzeugt und lag ganz falsch in der Annahme, er fände das überflüssig. Schande über mein Haupt! (Aber … nur ein bisschen!) Neue Dinge lerne ich über mich.

Die letzten Kilometer haben wir die Schirme dann auch echt noch gebraucht. Sie haben uns und unsere Sachen gut geschützt. Mit diesem Gefühl von einem mit vielen, reichen und tollen Eindrücken aufgefüllten Herzen, sage ich tschüss für heute, denn ich muss noch Socken waschen und dann ins Bett. Eine so tolle Wanderzeit macht müde. 😉

Wanderwegbeschriftung Altmühltal-Panoramaweg, E8, MD

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